Norge07 – Eine Woche Stavangerfjord
Hier kommt nun endlich mein kleiner (5 Seiten) Reisebericht. Hat etwas länger gedauert. Kann auch sein, das ich einige Ereignisse den falschen Tagen zugeordnet habe, aber im grossen und ganzen hat es sich so zugetragen. Auch muss diesmal auf den gewohnt illoquenten Humor verzichtet werden. Bei der schieren Masse an Text und meiner doch nicht ganz ausgefeilten Schreibdisziplin war einfach nicht mehr drin. Auch kann die Formatierung des Textes noch ein weilchen dauern….
Die Bilder stehen schon seit längerem komplett unter SnapShots zur Ansicht bereit.
Ich hoffe er gefällt euch trotzdem.
Norwegen 03.08.2007 – 11.08.2007
Freitag – Der Weg nach Norwegen
Pünktlich um 12:00 Uhr machte ich Feierabend, schon in großer Freude dass es bald nach Norge losgehen sollte. 13:00 Uhr sollte ich von Heck abgeholt werden. Während ich noch kurz mit Sascha über ICQ gechattet habe, fuhr der Renault Espace samt Hänger auch schon vor. Till und Gabriel saßen schon drin. Beim Einladen meiner Sachen wurde schon klar, dass der Hänger zu 100 % ausgelastet werden sollte. Nachdem wir noch den Baron, Sascha und Güllnitz abgeholt hatten ging es endlich los in Richtung Norwegen. Nach 7 Stunden Autofahrt, diversen Bieren und schon einigen Schmerzen in den Beinen, wir saßen immerhin zu fünft hinten, kamen wir in Hanstholm am Fähranleger an. Dort wurde noch der obligatorische Pölser verhaftet und „AB!“ ging’s auf die Fähre. Die zwei Stunden Überfahrt nach Kristiansand wurden auch spontan zum demokratischen Abstimmen über die Zolllage unserer Genussgüter genutzt. Es wurde beschlossen ohne verzollen die Grenze zu überqueren.
Hat auch geklappt, ohne angehalten zu werden, immerhin war es schon 1:45 Uhr. Es folgten 5 Stunden quälende Serpentinenfahrt. Jeder der nicht fahren musste, also alle außer Heck, versuchten sogut sie konnten zu schlafen. Bei mir jedenfalls war nicht mehr als 20 Minuten drin.
Pünktlich um 07:00, nach einigen Mautstationen erreichten wir dann unser Ziel, den Hafen von Askje!
Samstag – Die Ankunft
Natürlich führte unser erster Weg zum Hafen runter. Dort stromerten wir 30 Minuten umher und schnackten schon mal ne Runde mit ein paar Anglern die kurz vor der Abreise standen. Mit einigen Tipps ausgestattet beschlossen wir unser Domizil für die nächsten 7 Tage zu suchen. Nachdem das Haus entdeckt und bezogen war, wurde Kriegsrat gehalten. Erstmal was essen! Sascha und „Der Baron“ hielten es nicht mehr aus, sie musste runter zum Hafen und schon mal ne Runde im Hafen schleppen…Der Rest, unter anderem auch meine Wenigkeit, wollten einfach nur erstmal ne Mütze voll Schlaf nehmen. Nachmittags ging es dann aber endlich für alle los. Kurz die zwei Boote übernommen, und raus auf den Fjord. Ein 21 Fuß Witwenmacher für 5 Personen und eine kleiner 2 Personenknackwurst. Der Witwenmacherkutter war echt unbeschreiblich, na ja dafür war’s billig. Mehr sagen die Bilder!
Wir fuhren die ersten drei Stellen an, die im Anglerboard und von den Anglern morgens angepriesen wurden. Wir freuten uns riesig endlich unsere Shimano Boatsruten ausprobieren zu können. 50 Meter ! Scheiß egal holt den Lengkiller raus!! Wir konnten sogar einen Leng an diesem Tag landen (Es sollte auch der letzte an der Rute sein). Allerdings an der Ostseepilke!! Na ja hauptsche Fisch! Wie jede Truppe die zum ersten Mal Norwegen ist, hatten wir natürlich extrem hohe Erwartungen, die sich im Laufe der Woche aber etwas relativieren sollten. Na ja nach 7 Stunden steuerten beide Boote wieder den Hafen an. Auch wenn die Kiste nicht voll war, waren wir Happy! Leider hatten wir noch nicht den Schlüssel zum Bootsschuppen erhalten, daher mussten wir das Equipment, und jeder Angler hatte ne Menge davon, wieder ins Haus buckeln. Nun wurde filetiert und gegrillt. Es gab lecker Nacken und Bier. Ein Rund Um toller Abend, mit Super Blick auf den Fjord. Das Fleisch konnten wir im Wind zwar nicht knusprig grillen (nicht war Güllnitz ?? ) aber Schwamm drüber. So gegen 0:00 Uhr ging’s dann wieder knacken. Till und ich hatten Einzelzimmer der Rest schlief in zweier Rotten!!
Sonntag – Der erste volle Tag
Eigentlich war ja geplant jeden Tag um 07:00 Uhr aufzstehen, dieses Vorhaben sollte sich aber leider nicht durchsetzen. Aufgestanden wurde zwar immer Recht früh, aber durch Frühstück und Vorbereitungen wurde es dann doch immer 10 / 11 Uhr bis wir auf dem Wasser waren. Heute wollten wir uns das erste Mal weiter raus wagen in Richtung Nordmeer. Baron, Gabe, Sascha, Güllnitz und ich waren auf dem Witwenmacher, Heck und Till auf der Knackwurst. Beide Boote hielten Östlich in Richtung ungeschützten Fjordausgang. Nach 1,5 km machten wir direkte hinter einer Autobahnbrücke Stopp und versuchten unser Glück. Es klingelte!! MAKRELEN!! Die Ruten zitterten bei allen. Köderfisch zum verbraten!! Es ging Schlag auf Schlag. Dubletten, Drillinge und an meiner Rute dann schließlich der „Godfather of Makrele“ ! Unsere Kiste war halbvoll mit Makrelen. Dementsprechend sahen wir uns das Boot aus! Jetzt aber weiter ! Laut Karte ca. 2,5 – 4 km bis zur 150 Meter Stelle am Fjordausgang. Wir dampften also AK los! Nach 10 Minuten wurde der Wellengang schon merklich stärker! Noch mal 10 Minuten später wollte Gabe am Ruder abgelöst werden, da schaukelte es schon nicht schlecht in der Gurke. Die Wellenhöhe ist im Nachhinein ja immer schlecht einzuschätzen, aber als der Bug dann anfing auf der Wasserobfläche im Wellental aufzuschlagen und die 800 GR Bleie durchs Boot schleuderten wurde uns doch etwas Mulmich zumute. Gabe rief plötzlich zum spontanen Schwimmwesten anlegen. Da wurde es mir zuviel am Ruder, wir drehten bei und suchten Schutz in einer Bucht. Nachdem die 180 Grad Wende geschafft war, hielten wir es für angebracht mit den Wellen die Bucht anzulaufen und nicht parallel zurück in Fjord. Durch die Strömung machten wir laut GPS nur noch 3 km/h über Grund. Auf Gut Deutsch ging uns da der Arsch ganz schön auf Grundeis, na ja! Wir waren ja in der Bucht, und fanden einen schmalen Durchgang, gerade breit genug für unser Boot , auf die Rückseite des Fjordes. Hier war es wind und wellenstill. Und so wurde auch der Rest des Tages relativ Erfolglos mit Angeln verbracht. Wie wir später erfuhren, sind Hagen und Till, die in der Knackwurst saßen schon 5 Minuten nachdem wir uns bei der Brücke getrennt hatten umgedreht, weil zu nass und kabbelig war. Allerdings hatten Sie am Hafen Bekanntschaften geschlossen die ihnen von den einheimischen „HotSpots“ erzählten. Abends gab’s dann lecker selbstgemachtes Indisches Curryhuhn (Till! Ich warte immer noch auf das Rezept! )
Der Abend ging dann so ca. gegen 0:30 Uhr und nach einigen Bieren zu Ende.
Montag – Das Wetter wurde schlechter
Auch an diesem Tage sollte es für uns nicht möglich sein, zwischen 8 und 10 Uhr auf dem Wasser zu sein. Egal, dafür hatten wir endlich den Schlüssel zum Bootsschuppen, sodass wir nicht immer das gesamte Angelgerödel vom Hafen zum Haus und dann wieder vom Haus zum Hafen karren mussten. An diesem Tage sollten Gabe und ich die Knackwurst bekommen. Somit standen wir zwei als erstes am Bootsschuppen und verpackten unser Gerödel (Mittlere und Schwere Pilke sowie Spinnruten) in der Knackwurst. Frohen Mutes, heute endlich die ersehnten Fänge aus dem Fjord zu zergeln steuerten wir zielgerichtet gegen 9:30 Uhr einen nicht weit entfernten HotSpot in Ufernähe an. Dort sollte sich ein Sandberg aus der Tiefe auftun, an dessen Kannten es zu Pollackschwärmen kommen sollte. Nach ein paar konzentrischen Kreisen und und den darauf folgenden Echolotkontrollen fanden wir dann auch eine Viel versprechende Stelle. Die Spinnruten wurden hervorgekramt und mit Mefoblinkern sowie leichten Pilkern und Beifängern bestückt. Wir konnten es kaum glauben als an Gabes Rute sich auch nach 15 Minuten der erste Pollack einzustellen schien. Es war ein (für Norwegische Verhältnisse) Mittelgroßes Exemplar samt kleinerem Beifang. Endlich !! Dachten wir. Allerdings sollten in den nächsten 90 Minuten nur noch kleinere bis gar keine mehr folgen. Scheiße ! Scheint extrem Tageszeitabhängig zu sein hier.
Wir steuerten also wieder gen Steilwand und Militärhafen. Doch auch da war nix zu holen. Noch einmal schnell „schiffen“ gehen am Ufer und dann die anderen Suchen lautete die Devise. Mittlerweile war es früher Nachmittag und stetiger Regen hatte eingesetzt. Wir bleierten also den Fjord in Richtung offenes Meer. Ich fror an den Füssen (Gummistiefel halten doch nicht wirklich warm ohne Thermoeinsatz) und Gabe, dessen Hose an den Vortagen schon gelitten hatte war mehr oder weniger durchnässt.
Jeder kann sich denken, dass 2 Stunden in völliger Nässe der Stimmung nicht grad zuträglich war. Wir pilkten mal hier, mal da, aber nirgends war wirklich was zu holen. Gegen 14:30 Uhr trafen wir auf die anderen im Witwenmacher. SELBES SPIEL!! NUR VIEL TROCKENER!
Wir hatten die Schnauze voll. Um wenigsten noch ein bisschen Spaß zu haben, drehten wir bei und schossen Mittschiffs aus all unseren Rohren Makrelen in Richtung unserer trockenen Freunde. Dank unseres massiven 9.9 PS Außenborders konnten uns schnellgenug aus der Schusszone bringen, ohne das Echo abzubekommen.
Unser Nachmittag verlief nach einer heißen Dusche recht gemütlich. Auch unser zweites Boot war nicht wirklich mit Fangerfolg zurückgekehrt. Ich glaube aber an diesem Tag kam der erste Rotbarsch zum Vorschein. Baron war der glückliche. GLÜCKWUNSCH. Ich glaub abends wurde wieder gegrillt.
Till, Heck, Sascha und ich verharrten diesen Abend recht lang unter den lebenden. Auf jeden Fall wurde der oder andere Schnaps verhaftet. Die Nacht sollte kurz werden.
Dienstag – Kein Regen mehr und endlich offenes Meer
Trotz meiner nur 3 ½ Stunden schlaf schaffte ich es irgendwie um 8:30 Uhr wieder auf der Matte zu stehen. Komischerweise waren die Spuren des letzten Abends im Wohnzimmer schon weitestgehendst beseitigt. An Gabes Gesichtsausdruck waren klar zwei Sachen zu erkennen. Erstens hatte er den Mist beseitigt, zweitens war er darüber nicht sehr glücklich.
Sorry! Nach und nach trudelten die anderen am Frühstückstisch ein.
Ich bin mir jetzt nicht ganz sicher, aber ich glaube es war der Dienstag an dem wir beschlossen einem Insidertipp nachzugehen und mit Reijkas zu angeln. Das sind Norwegische Garnelen die dementsprechend erstmal besorgt werden wollten. Gleichzeitig gingen wir einer Anzeige in unserem Haus nach, in der ein Fischer anbot gegen ein „gewisses Entgeld“ mit bis zu 10 Personen auf seinem Kutter zu fängigen Stellen rauszufahren. Der Kutterkapitän wollte nach zähen Verhandlungen immer noch 80 € pro Person + eine unserer Bierpaletten haben.
Kutter gestrichen! Fehlten noch die Garnelen, wir bekamen einen Tipp, wonach ein einheimischer Fischer ganz in der Nähe die Dingerverkaufen sollte. Er hatte noch ein Kilo gefroren für uns. Kostete glaube ich 15 Kronen! Wir handelten ihn auf 8 + 3 Kümmerlingfläschen runter. (Ich glaube mit Schnaps kannst du alles in Norwegen erreichen… / Keine Angst iss nur Spass)
Nachmittags muss es dann zum Angeln rausgegenagen sein. Kann aber auch ein anderer Tag gewesen sein, EGAL!
Gabe und ich wollten unbedingt noch mal in die Knackwurst um unsere Sandbank zu befischen. Gesagt getan, allerdings wieder nur mit mäßigen Erfolg. Ich glaube es waren 3 Pollacks. Das Wetter sah einigermaßen stabil aus, also beschlossen wir den Fjord entlang endlich mal dem offenen Meer entgegen zu fahren. Wohlgemerkt in einem 2 ½ Meter Boot. Am Fjordausgang fanden wir im seichten Wasser noch eine schöne Stelle mit Keerwassern. Also mal wieder die Spinn- anstatt die schwere Pilkrute gezückt und los gejiggt. Irgendjemand schien etwas gegen unser Fangglück zu haben…Wieder nix! Egal ab aufs Meer. Merklich wurde die Dünung höher und länger, nichts beunruhigendes, wenn man sich vorstellt, das wir nun der direkten Atlantikdünung ausgesetzt waren. Circa 1 -2 Kilometer vom Fjord entfernt sahen wir auch den geliebten Witwenmacher. Auch unser zweiter Trupp wollte endlich mal auf 300 Metern angeln! Als wir näher kamen sahen wir wie der Baron stolz einen Rotbarsch in die Höhe hielt. Super, dachten wir, und fuhren eine Stelle unweit unserer Freunde an. Noch schnell die Speedmaster Boat fertiggemacht, mit Makrelen betsückt und ABLASSEN, ABLASSEN, ABLASSEN und noch mal ABLASSEN. Donnerkiesel dachte ich. Schon tief hier. Wir drifteten einmal schön über eine 250 Meter tiefliegende Sandbank. Und jetzt hochholen und nachmal das Ganze sagte Gabe. „Wie jetzt hochholen??“ „Na hochholen, versetzen und wieder ABLASSEN!“ Freunde ich sach euch das geht auf die Körner. 700 Gr. Blei aus 250 – 300 Meter hochkurbeln iss nicht lustig! Bei der dritten Drift kam es, wie es kommen musste. „HÄNGER!!!“ Shit dachte ich. Nicht das noch. Ich zerrte und zerrte, versuchte die Rute um den Hänger drumrum zu bekommen, keine Chance. Nun machten mir die 0.24er Whiplash Pro und das 1.0er Monovorfach die Hölle heiss!! Alles nur nicht einen Hänger in 300 Meter am Rutenende kappen, dann hast du mal eben 50€ im Fjord versenkt und schicht mit Schweren Pilken. Gabe hatte in der Zwischenzeit sein Vorfach wieder hochgekurbelt und fing an das Boot komplett um den Hänger zu schiffen. Nachdem wir einmal komplett um den Hänger rumgefahren sind bekam ich, Gott sei Dank, durch einen Gewalt Ruck mein Vorfach wieder frei. Wir machten noch 4 -5 Drifts, dann stellte ich fest, das das Wetter Anfing umzuschlagen. Es waren ziemlich dunkle Wolken am Horizont zu erkennen, und der Wind nam auch zu. Kaum schlug ich Gabe vor doch vielleicht den Rückweg in den Fjord anzutreten, entgegnete er mir mit einem gekonnten“Scheisse, auch ein Hänger!“ Lange Rede, gar kein Sinn, diesen bekamen wir selbst mit vereinten Kräften nicht los. Alles drum rum fahren half nix! Messer frei und ab die Schnur! Ich glaub Gabe war den Tränen nahe….
Nun machten wir uns also auf den Rückweg. Nicht zu früh wohlgemerkt, da der Wind, und damit der Wellengang zulegte. Auch der Witwenmacher brach das Angeln am Fjordausgang 20 Minuten später ab. Nun suchten wir also im Fjord wieder nach vielversprechenden Stellen.
Doch auch 3 Stunden später im Hafen waren wir ohne den von uns erhofften Erfolg wieder an Land.
Um zwischendurch mal die Stimmung etwas zu relativieren, wir fingen täglich ein paar Fische, Makrelen wäre zu Hauf da gewesen, die wollten wir aber nicht. Wir waren ja auf die Großen aus. Wenn ich schreibe ohne Erfolg, dann meine ich, das wir nicht mit 10 Kilo Fisch im Hafen ankamen und leider auch nicht mit einem 8 Kilo Brocken. Unseren Fisch haben wir eigentlich immer gefangen. Mal der eine, mal der andere. Ich will ja nicht, das jetzt jemand auf die Idee kommt „Ach komm Mutti, schicken wir den armen Jungs mal ne Tüte Heringe…!“
Ich glaube es war an dem Abend als wir im Hafen Heck`s und Till`s Norwegische Bekanntschaft wieder trafen.
Mittwoch – Unser großer Tag
Aufgestanden..bla..bla..Hafen…..wieder nicht 8:00 Uhr…bla..bla..ich wieder auf dem Witwenmachen.
Mittwoch, Steinstarkes Wetter, ab zum Militärhafen. Eigentlich wieder zum Lengangeln auf Grund. Beide Boote AK rüber übern Fjord. Ich weiss gar nicht mehr so genau wie es Anfing, aber ich glaube es Heck, der auf Pilker kurz nach dem eintauchen ins Wasser einen schönen Pollack fing. Donnerwetter dachten wir (wie die Tage davor ja auch) hoffentlich kein Einzelfall! Und nein, auch Gabe fing auf kleinem Pilker kurz unter der Wasseroberfläche einen Pollack. Scheisse, dachte ich mal wieder . Alle kleinen Pilker hast du schon im Fjord versenkt. Überleg, Überleg…mmmhh kurz unter der Wasseroberfläch Pollacks! Ich schwöre das ich bis auf den Giant Jighead noch nie wadd über GuFis in Norwegen gelesen oder gehört habe. Auf jeden Fall dachte ich mir, was beim Zander in der Elbe funktioniert, klappt vielleicht auch beim Pollack. Also Spinnrute raus, blau/silbernen GuFi samt Bleikopf montiert und kräftig ausgeworfen. Zu weit, wie sich rausstellte. Sascha, der auf der Knackwurst saß, hatte eine ähnliche Idee, nur mit kleinem Pilker. Schön die Schnüre gekreuzt. Sascha versuchte das Getüddel von der Knackwurst aus zu entzerren, was er nach 2 Minuten auch hinbekam. Ich kurbelte also wieder ein, und dann ZACK! Auf einmal war die Rute krumm und zappel durchzog meinen Arm. Das sollte doch wohl nicht mein erster ordentlicher Fang in Norwegen sein?? Doch !! O.K. Der Pollack hatte vielleicht ein bischen mehr als mein größter Ostseedorsch, aber ich war trotzdem Stolz wie Oskar. Kaum hatte sich der mein Fang auf GuFi rumgesprochen hatte der Baron auch schon ummontiert. ( Er sollte an diesem und am nächsten Tag die meisten Fische von uns fangen [ auf GuFi ! ]. Wenig später dann auch Güllnitz. Und siehe da wir scheinen einen Schwarm getroffen zu haben. Es wurde , na ja nicht ein Pollack nach dem anderen, aber es hatte schon so den Charakter den wir uns für Norwegen gewünscht hatten. Nach 2 ½ Stunden lagen glaube ich 19 Pollacks ein paar Dorsche und ein kapitaler Lippfisch in unserer Fischkiste. Unsere Stimmung war kaum zu toppen, wie man sich vorstellen kann. Nunja, Sascha trauerte immer noch dem Fang seines Lebens nach, wie er es beschrieb. Er hatte gegen Nachmittag einen gewaltigen Biss, verlor diesen aber in einem Anfall von Aufregung und Hektik leider vom Haken. Unser von Anfang an täglich angefahrener Militärhafen stellte sich doch noch als HotSpot heraus.
Wir hatten nur zwei Sachen falsch gemacht.
1.) Wir versuchten immer auf Grund den Leng abzuklopfen
2.) Waren wir meistens zur falschen Zeit am falschen Ort
Der Abend wurde natürlich feucht fröhlich!
Donnerstag – Nochmal zum HotSpot / Leider auch der letzte Tag
Tja, es war soweit! Unser letzter Tag auf dem Wasser. Wehmütig legten wir ein letztes Mal mit beiden Booten im Hafen von Askje ab. Natürlich war heute der Plan, nochmals zum Militärhafen zu schippen und Pollacks zu ziehen. Pünktlich wie die Maurer kamen wir dort auch an. Nach 1 1 / 2 Stunden stellten wir fest, das wir diesmal keinen Pollackschwarm erwischten. Wir fingen zwar den ein oder anderen, aber nicht in der Größe und Masse vom Vortag. So einfach schien es dann doch nicht zu sein, wie wir uns es erhofft hatten. Wir teilten uns also wieder. Baron und Sascha in der Knackwurst versuchten weiterhin Pollacks zu Jiggen, während wir näher an den Hafen gingen um unter den Anlegern unser Glück zu versuchen. Dies führte auch zum einen oder anderen Erfolg, zumeist doch zu Lippfischen ..
( „Kein Spass diese Dinger zu filetieren…“ )
Zum Nachmittag hin fuhren wir eine nette Bucht, die dann man höre und staune mit 40 – 50 gr Pilkern beangelt wurde. Dadd macht Spass sach ich euch!! Auch hier sollte noch ein Dorsch abfallen. Eigentlich sind wir recht zufrieden an diesem Abend zurück in den Hafen geschippert. Als wir dann aber beim säubern der Ausrüstung sahen wie Sascha und Baron mit der Knackwurst in den Hafen eingeschippert kamen, glaubten wir es fast nicht. Die zwei hatten doch tatsächlich noch eine ganze Kiste voll geangelt mit Pollacks….. Wie schon geschrieben, der Baron hat uns alle getoppt mit seinen Fängen.
Der Abend verlief noch mal recht lustig. Es wurde die letzten Biere geleert, ein paar Schnäpse getrunken, der Fisch geputzt, na ja ein ganz normaler Abend.
Freitag – Tag der Abreise
Da ich bis hierhin schon 5 Seiten geschrieben habe, will ich mich kurz fassen.
Haus geputzt -> Hänger beladen -> in den Espace gekwetscht -> in Stavanger die letzten Kronen verjubelt -> irgendwo in der Wallachei geräucherten Wildlachs gekauft -> auf der Fähre Bier getrunken -> in Dänemark diverse Male strullen gewesen -> in Deutschland heftigste Schmerzen an Rücken und Knien ertragen -> Morgens um 04:00 Uhr in Rahlstedt angekommen -> um 06:00 ins Bett gehauen….
Eine Sache noch zum Schluss, erinnert ihr euch an unsere Bleigießaktion ??? Wir haben die Dinger so gut wie nie benutzt ! 
So das war mein kurzer Bericht. Werd noch ein paar Fotos einfügen, die aber auch unter Snapshots zu begutachten sind. In diesem Sinne euer Olli
Tags: Angeln, dorschgabe, gufi, norwegen, pilken, spinnfischen, stavanger, witwenmacher

FreiFischer said,
Na das hört sich ja nach einer ganzen Menge Spass an.
Waren vor 3 Jahren selber in Askje, hatten aber ein wesentlich besseres Boot…
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